Chronik Hellersdorf & Marzahn

z. B. 7.6.20
z. B. 7.6.20
Sonntag, 28. Dezember 2003

Am Morgen des 28.12.2003, gegen 4:45 Uhr, trifft ein junger Mann am Bahnhof Mahlsdorf auf eine Gruppe Nazis - etwa acht angetrunkene, junge Männer und zwei junge Frauen im Alter von etwa 18 Jahren. Sie halten ihn auf und erklären ihm, sie seien soeben von "seinen Leuten" in Strausberg zusammengeschlagen worden. Deshalb müssten sie nun ihn zusammenschlagen. Sie rechnen sich selbst einer Freien Kameradschaft zu. Anschließend schlägt einer der Angreifer dem Opfer mehrere Male ins Gesicht bis dieser fliehen kann.

Quelle/n: Augenzeug_innenbericht
Donnerstag, 11. Dezember 2003

Am 11.12.2003 ist eine Gruppe von etwa 15 schwarz gekleideten Nazis in Hellersdorf unterwegs. Gegen 19:30 Uhr stehen sie vermummt und teilweise mit Holzlatten bewaffnet vor der Geschäftsstelle der PDS in der Henny-Porten-Straße und versuchen Mitglieder der Jugendorganisation 'solid abzufangen, die das Parteibüro verlassen. Diese können die Situation rechtzeitig erkennen und geschlossen in Richtung U-Bahnhof Hellersdorf flüchten. Gegen 21:30 Uhr trifft ein junger Punk in der Quedlinburger Straße auf die Gruppe Nazis und läuft zunächst an ihr vorbei. Nach etwa fünf bis zehn Metern dreht einer der Nazis um und rennt ihm hinterher, schubst ihn von hinten und ruft: "Was suchst du hier?" Als der Punk nicht antwortet, wird ihm in's Gesicht geschlagen. Daraufhin flüchtet der Geschlagene. Kurze Zeit später fährt er mit der Polizei im Wohngebiet umher und sucht vergeblich nach der Gruppe. Von Studierenden der Alice-Salomon-Fachhochschule wird die Gruppe "schwarz gekleideter, junger Männer mit Knüppeln bewaffnet" auf dem Alice-Salomon-Platz gesehen.

Zwei Tage zuvor war in den Bezirken Prenzlauer Berg und Pankow eine ähnlich große Gruppe Nazis (darunter René Bethage, Jörg Hähnel, Björn Wild und Daniel Meinel) unterwegs und versucht linke Gruppentreffen und Treffpunkte anzugreifen.

Quelle/n: Augenzeug_innenberichte, Antifa Recherche Team Nordost [ARNO]: Kein schöner Land - Kein schöner Bezirk!, S. 8 In: Antifaschistische Jugendkoordination Nordost [A3] Berlin (Hrsg.): antifa jugend info'04. zur antifaschistischen aktionswoche (2003)
Dienstag, 18. November 2003

Nachdem an drei aufeinanderfolgenden Tagen Anti-Antifa-Aufkleber am S-Bahnhof Biesdorf geklebt wurden, werden am 18.11.2003 zwei Hakenkreuze und eine SS-Rune in ein Werbeplakat geritzt.

Quelle/n: Augenzeug_innenbericht
Dienstag, 28. Oktober 2003

Am 28.10.2003 wird an der Bushaltestelle am S-Bahnhof Kaulsdorf der Schriftzug "RACEWAR 2003 - ANB1 ist dabei" sowie ein Hakenkreuz entdeckt.

  • 1. "Autonome Nationalisten Berlin"
Quelle/n: Augenzeug_innenbericht
Mittwoch, 22. Oktober 2003

Am 22.10.2003 werden auf dem S-Bahnhof Mahlsdorf und auf dem Bahnhof Wuhletal Werbeplakate gesehen, deren Aufschrift "We'll send your money home save and quickly." in "We'll send you home save and quickly." verändert wurden. Auf dem Plakat ist eine schwarze Familie abgebildet.

Quelle/n: Augenzeug_innenbericht
Freitag, 3. Oktober 2003

Am 3.10.2003 werden am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord mehrere gesprühte Parolen entdeckt: "NATIONALE REVOLUTION ERFORDERT KAMPF! NRZ1" (etwa 10 Meter lang), "FIGHT THE FUCKING SYSTEM! NRZ" und "FASCHISTEN BEKÄMPFEN ANB2" (sic).

  • 1. "National-Revolutionäre Zellen"
  • 2. "Autonome Nationalisten Berlin"
Quelle/n: Augenzeug_innenbericht
Donnerstag, 18. September 2003

Am Morgen des 18.9.2003 gehen die Berliner und Brandenburger Polizei, darunter zwei SEKs und Sprengstoffexperten, der Verbindung einer Einzelperson zur "Kameradschaft Süd" im Rahmen der Ermittlungen wegen des geplanten Sprengstoffanschlags auf die Grundsteinlegung einer Synagoge in München nach. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in der Maxie-Wander-Straße werden vier Handfeuerwaffen gefunden. Einem Zusammenhang zwischen den benutzten Sprengstoffen beim Anschlag auf das Grab des Shoa-Überlebenden und früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, 18 Monate zuvor und dem in Bayern gefundenen widersprechen die Ermittler_innen später. Führende Mitglieder der "Kameradschaft Süd" werden 2005 wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung verurteilt.

Quelle/n: Berliner Zeitung vom 19.9.2003
Dienstag, 16. September 2003

Am 16.9.2003 wird zwischen dem U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord und dem Cecilienplatz entdeckt, dass ein Schriftzug "NAZIS RAUS" zu "Juden RAUS" geändert wurde. Daneben wurde ein N mit Pfeilspitze im Kreis zu einem A mit Pfeilspitze im Kreis geändert.1

  • 1. Das erste Symbol wird in der deutschen Linken mit der Bedeutung "Nazis raus!" konnotiert, das andere in der militanten rassistischen Szene mit der Parole "Ausländer raus!"
Quelle/n: Augenzeug_innenbericht

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